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Kunstrecht Blog - Fragen und Antworten

Im Falle einer Fotografie: Was muss ich beachten bei Nutzungsrechten von  urheberrechtlich geschützten Kunstwerken?

Im Falle einer Fotografie, ist der Fotograf immer der Urheber. Dieser hat in der Regel auch den Auslöser des Fotogerätes betätigt. Dabei ist zunächst unerheblich was das Foto abbildet. Folglich ist vor der Verwendung des Bildes die genauen Urheberrechte mit dem Fotographen abzuklären.
Sofern es  um ein Foto eines Kunstwerkes geht, sind die Künstlerrechte mit dem Künstler zu klären, neben dem Urheberrecht. Schließlich sind Kunstwerke urheberrechtlich geschützt, so dass der Künstler darüber ob er der Veröffentlichung seiner Werkes zustimmt und darüber wie diese Veröffentlichung erfolgt entscheidet.
Abhängig vom Ort wo das Bild der Kunst aufgenommen wurde, kann das Eigentumsrecht (Hausrecht) betroffen sein. Wenn es sich um eine Skulptur handelt, die in einem Skulpturenmuseum aufgestellt ist, so ist nur mit dem Einverständnis des Besitzers, des Museum ein Foto zu machen und zu veröffentlichen. Dies gilt für sog. gemeinfreie Gemälde auch. Im Fall des BGH Urteil v. 20.12.2018 – I ZR 104/17 wurde zu Gunsten des Museums und dessen Fotographen entschieden.

Wann ist ein Kunstwerk gemeinfrei?

Die Besonderheit bei Kunstwerken und dem daran bestehenden Urheberrecht ist, dass dieses die Gültigkeit verliert, wenn der Urheber über 70 Jahre tot ist. Die Schutzfrist wirkt demnach nicht mehr und so handelt es sich um ein gemeinfreies Kunstwerk. Es kann auch nach dem Tode des Künstler mit ihm selbst keine Klärung mehr erfolgen. Dennoch bleiben die oben beschriebenen Rechte des Fotographen und des Besitzers als Urheber wirksam, so dass die Bilder von Kunstwerken nicht verwendet werden dürfen, nur weil das Schutzrecht des Künstlers erloschen ist. An dessen Stelle treten möglicherweise die Stiftungen oder die Erben, sowie die Besitzer wie beispielsweise des Museums. Sie können demnach eine Veröffentlichung eines Gemälde des Malers Kandinsky oder van Gogh ohne die Künstlerrechte zu klären, vornehmen. Im Zweifel sind die Fotorechte und die Fotohonorare über eine Bildagentur zu erwerben oder gar an den Fotographen zu zahlen.

Was ist mit Kunst in einem öffentlichen Raum?

Grundsätzlich kann ein Kunstwerk welches sich in einer Dauerausstellung oder sonstigem öffentlichen Raum befindet, ohne Genehmigung fotografiert werden, unter der Panoramafreiheit und ohne Genehmigung. Dabei entfällt die ebenso die Klärungsfrage der Künstlerrechte, wie bei verstrichenen Schutzfrist. Anders ist es aber, wenn die Ausstellung im öffentlichen Raum lediglich zeitlich oder saisonal erfolgt. Hier sind in jedem Fall die Künstlerrechte zu klären, denn die Panoramafreiheit erlischt, wenn es sich die Kunst nicht dauerhaft in öffentlichen Raum befindet.
In Frankfurt am Main stellt zum Beispiel die Figur "Hammering Man" von dem Künstler Jonathan Borofsky an der Festhalle/Messe unter Panoramafreiheit. Die Figur ragt fest installiert seit 1991 in Höhe von 21 Metern vor dem Messeturm. Hingegen steht für die zeitweise Ausstellung auf öffentlichem Raum die Installationen von Christo und Jean-Claude.
Ausserhalb des öffentlichen Raums kommen für den Kunsthandel auch Fragen des Besitzerwechsels in Betracht. Wenn Bilder oder Skulpturen von Privat Galerie zu Museum weiter gereicht werden, so wandert das Besitzrecht so zu sagen mit. Insbesondere dann wenn das Kunstwerk von einem Sammler gekauft wird. So wechselt der Eigentümer und dieser muss bei Entstehung des Fotos um Zustimmung gebeten werden, wie und ob es genutzt werden darf.
Grundsätzlich ist das Property Release mit dem Besitzer zu vereinbaren, sobald das Kunstwerk den Eigentümer wechselt und auf dessen Grundstück das Foto dort entstanden ist. Sofern der Nachweis der Entstehung des Fotos dort erbracht ist. Dabei ist nun der jetzige Besitzer nicht mehr derjenige der also die Nutzungsrechte gewähren kann.
Im ersten Anlauf können die Urheberrechte an Künstlerrechten die in Deutschland ansässige VG Bild Kunst geklärt werden. Sofern dort der Künstler nicht vertreten ist, muss der Künstler selbst oder ggf. die Erben um Aufklärung gebeten werden.

Verträge für Künstler und Galeristen: Worauf kommt es an?

Galeristen und Künstler leben von der Kunst. Die gegenseitige Angewiesenheit von der Erschaffung des Werkes bis zum Verkauf funktioniert wie jeder andere Wirtschaftszweig. Oder nicht?
"Es kommt darauf an" wie  Juristen gern bestätigen. In keinem anderen Bereich der wirtschaftlichen Betätigung sind gewachsene Vertrauensverhältnisse so offensichtlich wie in der Kunstwelt. Viele Künstler unabhängig von welcher Branche der kreativ Schaffenden, Maler, Autoren, Videokünstler, Fotografen und Viele mehr, vertrauen auf  Galeristen und Vermittler. Häufig ist das ein gutes Miteinander und die Künstler welche noch neu auf dem Kunstmarkt sind, hoffen meist Ihre Arbeiten unter der Vernissage einer Galerie oder im Austellungsraum zu präsentieren. Dabei fehlt die Erfahrung und es kann vorkommen, dass die Gutgläubigkeit und Unklarheit über Kunst und Recht Nachteile bringt.

Im Fall der Galeristen ist ihre wertvolle Erfahrung und Branchenkenntnis sowie ein gut aufgebautes Beziehungsnetzwerk von Kunden entscheidend. Durch das  Kunstkundennetzwerk kann der Galerist die Werke des Künstlers bestaunen lassen und  der Öffentlichkeit zeigen.
Da Kunst immer "vom Auge des Betrachters" abhängig ist, sind es rein subjektive Empfindungen und Entscheidungen welche einen Verkauf der Kunstwerke formt.
Galerien verfügen über Kenntnis der Vorlieben ihres Kundenstamms und können so die Präsentationen des jeweiligen Künstlers vorteilhaft ins Licht rücken und die Kunstvorlieben ihrer Kunden zur Ausschöpfung eines Wertgewinns erfahren. Der verantwortliche Galerist schafft somit den Aufbau des Marktwertes des Künstlers, den Verkauf der Kunstwerke und kann diesen Status sowohl nachhaltig als auch wertschöpfend den Kunstkunden einprägen.
Meist basiert das gemeinsame Schaffen des Künstlers mit den Arbeiten der Galeristen auf ein Vertrauensverhältnis das die Grundlage eines jeden Handels darstellen kann.
Damit in einem Fall der Auseinandersetzung beiderseitige Interessen von Galerist und Künstler genügend Rechnung getragen wird und so eine nachhaltige und aufstrebende gemeinsame Arbeitsbasis gelegt wird, sollten grundsätzlich die Vereinbarungen des Künstlers mit den Galeristen vertraglich festgeschrieben sein. Im nachhinein ist es bekanntlich immer komplizierter die Gegebenheiten nachzuvollziehen um sein Recht durchzusetzen.

Verwertungsgesellschaft für Künstler-Was ist das?

Es handelt sich hierbei um eine Gesellschaft für Rechte von Kunsturhebern, welche sich dort registriert haben. Grundsätzlich vertretene
Mitglieder sind Künstler:innen der bildenden Künste, als auch Illustrationen, Fotographie, Karikatur oder Filmschaffende. Anhand der VG
Bild und Kunst kann über die Website die Lizenzierung von  Nutzungsrechten für Kunstwerke vermittelt werden.

Künstler sind von der VG Bild Kunst nicht vertreten?
Im Falle dass die Erlaubnis für die Nutzung der Rechte nicht über die VG Kunst und Bild möglich erscheint, insbesondere dann, wenn der Künstler bereits verstorben ist. Es ist dennoch möglich durch Recherchen seine Angehörigen zu finden, oder anhand seiner Kunstwerke aufzuspüren in welchen Museen oder Galerien zu Letzt ausgestellt wurden. Demzufolge können meist die Rechtsnachfolger festgestellt werden und so die Nutzungsrechte geklärt werden.
Für Fragen der Künstlerrechte benötigen Sie Hilfe?
Sie haben eine hektische Projektzeit und somit kaum Zeit frei für intensive Recherchen, dann stehe ich  mit meinem Team von DEA-IN-MOTION zur Verfügung, um Sie zu unterstützen Zeit zu sparen. Durch unser großes Netzwerk und den gewachsenen Vertrauensverhältnis, stehen wir in Kontakt mit vielen Künstlern und beraten Sie gern weltweit. Wie Sherlock Holmes sind wir schnell auf der richtigen Spur. ©a.poplicher@dea-law.eu

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